ARCHIV - DIE LINKE im Main-Spessart

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Sa, 28. März Europaweiter Aktionstag - Demos in Frankfurt und Berlin

Infos zu den Demonstrationen in Berlin und Frankfurt

Demonstration in Frankfurt:
«Wir zahlen nicht für eure Krise!»

Demonstrieren Sie mit! Ab Würzburg gibt es Mitfahrgelegenheiten.
Gewerkschaften, attac uvw. sowie DIE LINKE rufen am 28.3. zu zentralen bundesweiten Demonstrationen auf.
Mehr Informationen: www.28maerz.de | Aufruf



Mi, 25. März 2009 - 18 Uhr - Vortrag und Diskussion - Klaus Ernst in Marktheidenfeld

KLAUS ERNST:
"Wir zahlen nicht für eure Krise!"

Klaus Ernst ist Mitglied des Bundestags und stellvertretender Vorsitzender der Partei DIE LINKE.

Mittwoch, 25.März - 18 Uhr
Ort: Marktheidenfeld, Hotel "Schöne Aussicht"
, Brückenstraße 8
Wir wollen Fahrgemeinschaften bilden.

Mit dieser Diskussion setzen wir unsere am 23. November begonnene Debatte fort. Hintergrundinformationen

Aus der Finanzkrise wurde ein weltweite Wirtschaftskrise - die ersten Auswirkungen spüren wir bereits, doch ist dies wohl erst die spitze des Eisbergs. Leiharbeiter werden in Massen entlassen, befristete Arbeitsverträge nicht verlängert und in vielen Betrieben wird bereits kurz-gearbeitet.

Das Ausmaß der Krise zeigt auch wie sorglos hunderte von Milliarden für verzweifelte Rettungsaktionen bereitgestellt werden. Wie soll, wie kann es weitergehen.

Wir laden alle Mitglieder und Interessierten herzlich ein die Gelegenheit zu nutzen und bei diesem uns alle betreffenden Thema mit zu diskutieren.

Mi. 25.März 2009 - 18Uhr

Marktheidenfeld - Hotel "Schöne Aussicht", Brückenstraße

Kontakt: Joannis Komianos - Tel.: 09352 / 5768 - dielinke.msp@gmx.net


So, 15. Februar 2009 - 19 Uhr - Vortrag und Diskussion
Thema:

Kommunalpolitik:
Handlungen - Verantwortung - Folgen und Vorschläge
am Beispiel Forum Lohr

Gastreferent ist Franklin Zeitz (Stadtrat in Lohr und Vertreter des Bürgerbegehrens)

Ort: Lohr - Sackenbach, "Grüner Baum", Spessartstraße
Wir wollen Fahrgemeinschaften bilden.

So. 15.Feb. 2008 - 19Uhr

Lohr-Sackenbach - "Grüner Baum"

Kontakt: Joannis Komianos - Tel.: 09352 / 5768 - dielinke.msp@gmx.net


So, 23. November 2008 - 19 Uhr

Öffentliche Mitgliederversammlung Main-Spessart

Thema: Die aktuelle Finanzkrise - Ursachen, Folgen, Forderungen

Der Finanzcrash wird auf uns alle enorme Auswirkungen haben. Wir wollen Fakten und Positionen hierzu vorstellen und anschließend in einer offenen Diskussion, zu der wir Mitglieder und Interessierte herzlich einladen, hinterfragen und Argumente dazu austauschen sowie Positionen erarbeiten.

Material und Positionen zum Thema:
Partei DIE LINKE
Linksfraktion im Bundestag
MdB Kornelia Möller zur Finanzmarktkrise
Initiativantrag zum 2. Bayerischen Landesparteitag

Weitere Informationen:
woz - Dossier zur Wirtschaftskrise (Schweizer Wochenzeitung)
junge Welt - Dossier Casino Global (Linke Tageszeitung)
Positionen ver.di Wirtschaftspolitik
isw-Sonderheft: "Finanzkapital - Entwaffnet die Märkte"
Aktuelle Nachrichten und Fakten (Financial Times Deutschland)

Sa. 31. Mai 2008 - Infostand der LINKEN in Lohr

DIE LINKE in Lohr - Infostand am Marktplatz

Von 10 bis 14 Uhr ist DIE LINKE mit einem Infostand am Lohrer Marktplatz vertreten. Wir sammeln dort Unterstützerunterschriften für die Zulassung zur Landtags- und Bezirkswahl im Herbst.Gelegenheit mit Aktiven und Kandidaten zu diskutieren. Wir informieren auch über die geplanten massiven Einschränkungen der Versammlungsfreiheit.


So, 1. Juni 2008 - 19 Uhr | Gemünden

Mitgliederversammlung Main-Spessart

Am Sonntag den 1. Juni findet die nächste Mitgliederversammlung der Basisorganisation Main-Spessart statt. Auch Interessierte sind dazu herzlich eingeladen.

Ort: «Cafe Insel», Klinikstr. 1, Gemünden (Cafe in der Klinik)
Wir wollen Fahrgemeinschaften bilden.
Kontakt: Joannis Komianos - Tel.: 09352 / 5768 - dielinke.msp@gmx.net


9. März 2008 - Aufstellung der Direktkandidaten für MSP

DIE LINKE hat Direktkandidaten für MSP nominiert

Bei der Mitgliederversammlung in Lohr/Steinbach wurden die Direktkandidaten zur Bezirks- und Landtagswahl im Sept.2008 für den Stimmbezirk Main-Spessart nominiert.

Nominiert wurden:

BezirkswahlThomas Endres
LandtagswahlHelmut Ossadnik


DIE LINKE bleibt im Kreis Main-Spessart vorerst noch außerparlamentarische Opposition

Die Zeit zur Sammlung der Unterschriften lief am Montag den 21. Januar ab. Das Ergebnis steht fest. Für die Kommunalwahlen am 2. März wurden die notwendigen Unterstützerunterschriften dieses Mal noch nicht erreicht.

Vielen Dank an alle die sich für den Wahlantritt eingesetzt haben und uns unterstützt haben. Die Gruppe der Linken Main-Spessart wurde erst im Oktober gegründet - zu wenig Zeit sich ausreichend auf die Kommunalwahlen vorzubereiten. Dennoch wollten und mussten wir es versuchen. Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat schon verloren.

Doch wir haben einiges gewonnen. Neue Sympathisanten, Mitglieder und Aktive. Im Main-Spessart ist der Anfang gemacht - es besteht eine Gruppierung die sich weiter für eine soziale Politik einsetzen wird - auch als außerparlamentarische Opposition. In Kürze finden Sie hier den Termin zum nächsten Treffen, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.


Informationsveranstaltung der Linken in Marktheidenfeld

PPP-Verfahren teuer und ohne demokratische Kontrolle

Marktheidenfeld - 19.Nov. 2007

Die regen Diskussionen während und im Anschluss der Veranstaltung zeigten deutlich, dass das Thema Public-Private-Partnership (Abkürzung PPP), auch „Öffentlich-Private Partnerschaft“, die Marktheidenfelder Gemüter bewegt.

Was ist PPP - Public Private Partnership?

Man verstehe unter diesen Verfahren die Mobilisierung privaten Kapitals zur Erfüllung staatlicher Aufgaben, erläuterte der Referent. Dabei gibt es eine vielart von Spielarten. Die Einzelheiten werden in oft über tausend Seiten umfassenden Verträgen festgelegt. Diese sind meist so kompliziert, dass die Kommunen am Ende häufig übervorteilt würden. Erkannt werden die Knackpunkte dann oft erst wenn es zu spät ist und langwierige Prozesse sind die Folge. Als Beispiel nannte der Referent die über den Investor Toll Collect eingeführte Lkw-Maut auf den bundesdeutschen Autobahnen. Privatinvestoren und Beratungsfirmen seien international tätig und beschäftigen eigene juristische Abteilungen, während eine kleine Stadtverwaltung mit diesem Thema schlichtweg überfordert ist. Bethge weiß, wovon er spricht, ist er doch als Mitglied der Arbeitsgruppe Privatisierung beim Parteivorstand der Linken seit Jahren mit vielen derartigen Fällen vertraut. Er kann aus dem Stegreif berichten, zu welch schwierigen Situationen für Kommunen, Bürger und Beschäftigte solche Verträge führen können. Auch für die örtlichen Handwerksbetriebe seien diese Vorhaben im Regelfall Gift, weil nicht die Stadt, sondern die Privatinvestoren die Arbeiten vergeben. So sei es die Regel, dass eine Kommune zwar eine Maßnahme finanzieren, aber bei den örtlichen Betrieben nichts hängen bleibe. Dies passe zwar zu einer aktuellen weltweiten Entwicklung, doch diese müsse man ja nicht unbedingt mitmachen, fand Bethge.

PPP statt Vollprivatisierung

Nachdem in der Vergangenheit festgestellt wurde, dass bei reinen Privatisierungen die Investoren auch Nachteile eingekauft hätten, sei man zu der "Masche" übergangen, mittels PPP Rechte und Pflichten aufzuteilen, stellte der Referent fest. Dabei verblieben dann Risiken und Kostenblöcke bei der Kommune, während der Privatinvestor regelmäßige Zahlungen teilweise ohne echte Verpflichtung erhalte. Dafür gäbe es für den Investor sogar Gewinngarantien. Bethge lehnte eine so ungleiche Partnerschaft ab.

"Das läuft alles nach dem gleichen Muster", wusste er zu berichten. "Stadträten und Bürgern wird verkauft, dass Kosten eingespart werden." Die öffentlichen Kassen seien, gerade auch durch die Gesetzgebung, "ausgemagert", formulierte es Bethge. Somit greife man nach dem Strohhalm Privatisierung, ohne zu wissen, auf was man sich einlasse. Untypisch sei allerdings, dass eine Stadt wie Marktheidenfeld, die finanziell offensichtlich gut da stände, gleich mit zwei Projekten offensiv vorginge. Ziehe man am Ende einen Strich, sei häufig viel mehr Geld ausgegeben worden, als wenn eine Kommune beispielsweise Schwimmbad oder Rathaus, selbst betreibe, plane, baue, renoviere oder finanziere.

Die Nachteile für die Bürger seien bei PPP bereits im System begründet, stellte Bethge dar: nicht die optimale Daseinsvorsorge für die Bürger stehe im Mittelpunkt, sondern Kosteneinsparungen zur Erhöhung der Rendite des Investors. Es handle sich daher um eine Umkehr des bisher bei öffentlichen Aufgaben verfolgten Prinzips des Gemeinwohls.

Nach dem Vortrag ergab sich noch eine engagierte Diskussion. Dabei ging es insbesondere mit Bürgermeister und Stadtrat hart ins Gericht. So wurde aus dem Publikum kritisiert, dass die Stadt Marktheidenfeld für das Maradies bisher 160.000 Euro an die Beratungsgesellschaft KPMG bezahlt habe, ohne dass greifbare Ergebnisse vorlägen. Ein vor wenigen Jahren saniertes Rathaus auf Vorschlag eines Privatinvestors abreißen zu wollen, sei nur als Schildbürgerstreich zu bezeichnen. Beim Maradies sei bereits einmal eine fertige Lösung durch das Bürgerbehren einer Bürgerinitiative gestoppt worden. Das solle man beim Rathaus auch probieren und zumindest den Abriss verhindern. Eine Gruppe engagierter Bürger möchte sich als Ergebnis der Diskussion in der kommenden Woche treffen und über die weitere Vorgehensweise beraten. Angesichts der als unbeweglich empfundenen Positionen der Stadtratsfraktionen wurde selbst die Bildung einer eigenen unabhängigen Liste zur Stadtratswahl nicht ausgeschlossen.

Da im Rathaus "Funktstille" zu diesem Thema herrscht und offenbar keine Opposition existiert, waren die Diskussionsteilnehmer dankbar, dass jemand das Thema aufgegriffen hat und so Interessierte zusammen finden konnten. Jetzt liege es an den Bürgerinnen und Bürgern Marktheidenfelds diesen Initialfunken am Brennen zu halten, formulierte ein Teilnehmer.

Der Sprecher des Kreisverbands Würzburg, dem die Basisorganisation Main-Spessart angehört, Georg Kehrer, dankte dem pensionierten Hauptschullehrer Bethge für seinen "qualifizierten Rundumschlag" zum Thema PPP. Kehrer kritisierte insbesondere die fehlende demokratische Kontrolle, da die Verträge den Stadträten oft nicht einmal in nichtöffentlicher Sitzung zur Verfügung gestellt würden.


Gerne stellen wir den Kontakt zu den engagierten Bürgern aus Marktheidenfeld her:
e-mail an g.kehrer@web.de


Weitere Informationen zum Thema:
Pfeil PPP - Wikipedia (engl. public-private-partnership)
Pfeil verdi-Informationen zu PPP
Lesetipp:
Privatisierung in Deutschland - Eine Bilanz
von Werner Rügemer

Dumpinglöhne gehen alle an

Überlegungen für Kandidatur zum Kreistag Main-Spessart

"Gemessen an der gesamtwirtschaftlichen Leistung sei Deutschland so reich wie nie zuvor. Trotzdem könnten viele Menschen, die den ganzen Tag arbeiten, sich und ihre Familien nicht ernähren. Diesen Missstand setzte Roland Köhler aus Neuendorf bei einer Informationsveranstaltung der Main-Spessarter Linken in Gemünden an den Anfang seines Plädoyers für einen gesetzlichen Mindestlohn. Er ist der Vertreter der Basisorganisation Main-Spessart im Würzburger Kreisvorstand. Die Linke fordere als Einstieg acht Euro in der Stunde, wobei dieser Satz jährlich überprüft werden solle, teilte Köhler den 15 Zuhörern mit. Er forderte: "Wer Vollzeit arbeitet, muss davon auch ordentlich leben können." Die stagnierenden, ja für viele sogar sinkenden Löhne, sowie die Existenzangst sind der Grund für die stagnierende Binnennachfrage. Allein der Export gleicht einiges wieder aus. Doch wielange der noch brummt, bleibt bei den schweren Krisen fraglich. Ein gesetzlicher Mindestlohn würde die Kaufkraft stärken und die Arbeitsplätze damit sicherer machen. Erstaunen erntete Köhler mit seiner Aussage, dass in der gesamten EU nur noch zwei Staaten keinen gesetzlichen Mindestlohn oder eine vergleichbare Regelung hätten. Neben Deutschland sei dies nur Zypern.

Das Problem gehe alle an, schloss der Vortragende, denn Dumpinglöhne würden auch der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe schaden, die ihren Beschäftigten noch ordentliche Löhne zahlen. Dass immer mehr Menschen aus sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen heraus fallen, zeigte als weiterer Referent Holger Grünwedel aus Würzburg auf. Er kommt von der Arbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft der Linken, einem Zusammenschluss von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern in der Linken. Er informierte über die vielen Gesichter der so genannten "prekären Beschäftigung", die von Billiglöhnen über Leiharbeit und befristeten Arbeitsverträgen bis zur Scheinselbständigkeit reicht. Mit vielen Gesetzesänderungen seien diese Probleme in der jüngeren Vergangenheit oft erst geschaffen oder zumindest verschärft worden. Die aktuelle Politik der Bundesregierung verfolge diesen bereits von rotgrün angestoßenen Kurs der Verarmung und Entrechtung von Arbeitnehmern weiter. Grünwedel nannte dazu erschreckende Zahlen. Neben sieben Millionen Menschen, die in Deutschland von Hartz IV leben müssten gäbe es weitere 1,2 Millionen sogenannte "Aufstocker", deren Einkünfte so gering seien, dass sie mit Mitteln aus Hartz IV aufgebessert werden müssten. Dazu kämen 2,5 Millionen Menschen in geringfügigen Beschäftigungsmaßnahmen wie den bekannten Ein-Euro-Jobs. Und 500.000 Lehrstellensuchende seien in der Warteschleife in unterschiedlichen Maßnahmen untergebracht. Angesichts dieser Größenordnung forderte der Gewerkschafter, dass öffentliche Aufträge künftig nicht mehr an den billigsten Anbieter gehen dürften, sondern dass bei den Vergaben sittenwidrige Löhne ausgeschlossen werden müssten.

Unter der Moderation von Joannis Komianos aus Lohr, dem Sprecher der Linken im Landkreis Main-Spessart, diskutierten die Anwesenden Lösungsmodelle. Komianos kündigte für Mitte November eine Zusammenkunft der MSP-Linken an, bei der man über eine eventuelle Kandidatur für den Kreistag Main-Spessart im kommenden Jahr entscheiden wolle. Zuvor werde er die Meinung der Mitglieder und Interessierten dazu einholen. Im Falle einer Kandidatur würde die Linke mit einer offenen Liste antreten, bei der dann auch Nicht-Mitglieder willkommen seien. Da im Falle einer positiven Entscheidung die Zeit dränge, bittet Komianos an einer Kandidatur Interessierte sich schon jetzt über die Email DieLinke.MSP@gmx.net zu melden.

Die nächste öffentliche Veranstaltung der Linken in Main-Spessart findet am 19. November in Marktheidenfeld statt. Unter dem Motto "Geheim: PPP-Projekte - Hypothek auf die Zukunft?" wird man sich kritisch mit dem so genannten "Public Private Partnership", also der Öffentlich-Privaten Finanzierung auseinander setzen. Das Verfahren soll in Marktheidenfeld beim Maradies und beim Rathausneubau zum Zug kommen.

Oktober 2007

Fr. 26.Okt. 18:30 Uhr - Treffen DIE LINKE.Main-Spessart

DIE LINKE Main-Spessart trifft sich in Gemünden

Im Gasthof Zur Linde trifft sich die DIE LINKE Basisorganisation Main-Spessart (kurz BO Main-Spessart).
Interessierte sind herzlich eingeladen mit zu diskutieren.

Kontakt: DieLinke.MSP@gmx.net
Fr. 26.10. - 18:30 Uhr, "Zur Linde", Gemünden, Hafenstraße 1

Im Anschluss, um 20 Uhr:


»Von Arbeit muss man leben können!«

Roland Köhler (DIE LINKE.BO Main-Spessart)
Holger Grünwedel (AG Betrieb&Gewerkschaft)

Das Ziel den "Niedriglohnsektor zu stärken" hat die Schröderregierung tatsächlich erreicht. Immer mehr Menschen müssen sich mit Armutslöhnen durchs Leben schlagen.

An diesem Abend soll es darum gehen wie es dazu kam und welche Maßnahmen notwendig sind, dass alle von Arbeit auch leben können.

Ort: Gemünden, "Zur Linde", Hafenstraße 1
Zeit: Donnerstag 26.Oktober 20 Uhr

Die Linke in Gemünden 26.10.

Prekäre Beschäftigung hat viele Gesichter, von Billiglöhnen über Leiharbeit und befristeten Arbeitsverträgen bis zur Scheinselbständigkeit. Auch Selbständige bekommen dies zu spüren, wenn die Menschen weniger in der Tasche haben. Mit vielen Gesetzesänderungen sind diese Probleme in der jüngeren Vergangenheit geschaffen oder zumindest verschärft worden. Die aktuelle Politik der Bundesregierung verfolgt diesen von rotgrün angestoßenen Kurs der Verarmung und Entrechtung von Arbeitnehmern weiter. Unter welchen Bedingungen die Menschen in diesem "Wirtschaftswunder" leben spiele offenbar keine Rolle, meint Roland Köhler aus Gemünden, der Main-Spessarter Vertreter im Vorstand des Kreisverbands Würzburg, dem die Basisorganisation Main-Spessart angehört.

Als weiterer Referent wird Holger Grünwedel aus Würzburg erwartet. Grünwedel kommt von der Arbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft, einem Zusammenschluss von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern in der Linken. In der AG Betrieb&Gewerkschaft beschäftigt man sich schon lange mit prekären Beschäftigungsverhältnissen und hat das Thema Mindestlohn, als eines der Schwerpunktthemen, zusammen mit den Gewerkschaften in die politische Debatte gebracht.

Moderieren wird die Diskussion der neu gewählte Sprecher der Linken im Landkreis Main-Spessart, Joannis Komianos aus Lohr.


Basisorganisation DIE LINKE im Landkreis Main-Spessart gegründet

Sprecher Joannis Komianos aus Lohr: »Etwas für Schwache tun«

Die Partei DIE LINKE ist nun offiziell im Landkreis Main-Spessart vertreten. Am Montagabend wurde im Landgasthof »Zur alten Post« im Lohrer Stadtteil Sendelbach die Basisorganisation (BO) Main-Spessart als Vorstufe eines Kreisverbandes gegründet.

Derzeit gebe es erst einen Kreisverband der Linken für die Landkreise Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart, erläuterten dessen Sprecher Georg Kehrer und Belinda Brechbinder den rund 25 Interessierten. Main-Spessart sei für die Partei noch »ein weißer Fleck, aber das soll sich über kurz oder lang ändern«, sagte Kehrer. Erster Schritt dazu sei die Gründung einer BO. Diese könne selbstständig agieren, brauche aber noch keinen kompletten Kreisvorstand. Laut Kehrer gibt es im Landkreis derzeit 12 Linke-Mitglieder. Allerdings sei die Partei in den letzten Jahren dort nicht präsent gewesen, sagte er im Vorfeld der Gründung der Basisorganisation. Nun aber sei es an der Zeit, »dass Die Linke. vor Ort vertreten ist, dass wir nach außen sichtbar sind«.

Zum Sprecher der Linken in MSP wurde einstimmig Joannis Komianos aus Lohr-Pflochsbach gewählt. Der 68-jährige Rentner, der aus Griechenland stammt, arbeitete nach dem Soziologiestudium als Lehrer bei der Industriegewerkschaft Metall in Lohr.

Er sei früher SPD-Mitglied gewesen und habe immer dafür gekämpft, »dass was verändert wird«. Als er erkannt habe, dass das nicht möglich sei, sei er zur LINKEN gewechselt. Komianos machte deutlich, dass er sich nur als Übergangssprecher der Basisorganisation verstehe. Er wünschte sich, dass in nicht allzu ferner Zeit ein Jüngerer seinen Posten übernehmen werde. »Die Jungen sollen vorangehen.« Er meinte in seiner Antrittsrede, er wolle so lange Sprecher bleiben, »bis wir einen Jüngeren finden. Die Jugend soll die Gelegenheit haben, unsere Ideale zu verwirklichen«.

Jannis Komianos und Klaus Ernst
Jannis Komianos (Sprecher DIE LINKE in MSP) und
Klaus Ernst (Stellvertr. Bundesvorsitz. DIE LINKE)

Komianos, der im Lohrer Verein für Fremdenfreundlichkeit gegen Rassismus engagiert ist, meinte, dass es an der Zeit sei, »dass für die einfachen Menschen was gemacht wird, für die Schwachen des Landes«. Er wolle keine Politik für Millionäre, sondern für die übrigen Menschen. Es gelte zu verhindern, dass Deutschland eines Tages ein weiteres Bundesland der USA werde. Sein Hauptaugenmerk will der BO-Sprecher darauf richten, »für die einfachen Menschen und die Schwachen in diesem Land etwas zu machen«. Andere Parteien hätten das Wort Sozialismus in den Mund genommen, aber davon keine Ahnung. Dabei gehe es ihm nicht nur um die Folgen der Agenda 2010 und von Hartz IV. »Die Mittelschicht erlebt langsam, dass es so nicht weitergeht«, meinte Komianos. In Deutschland lebten »Millionen unter der Armutsgrenze«.

In der anschließenden Diskussion forderten Mitglieder, auf die »Milliardenbeträge, die alljährlich erbschaftssteuerfrei an die Kirchen vererbt werden«, Steuern zu erheben, um soziale Projekte finanzieren zu können.

Nächster Termin der Linken im Kreis ist am Freitag, 26. Oktober, in Gemünden. Dort sprechen Roland Köhler von der BO Main-Spessart und Holger Grünwedel von der Arbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft um 20 Uhr im Gasthaus »Linde« über das Thema »Von Arbeit muss man leben können«.


Stellvertretender Klaus Ernst: lehnt Rente mit 67 ab

»Sollen die Menschen schaffen, bis sie umfallen?«

Auf diese Frage antwortete Klaus Ernst, stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei Die Linke, in einer Veranstaltung am Montag in Lohr mit einem klaren Nein.

Die Partei Die Linke sieht sich als Anwalt der arbeitenden Bevölkerung, das machte den knapp 40 Zuhörern Klaus Ernst (52), Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Bundesvorsitzender der Linken, mit seinem Referat »Rente mit 67 - Schaffen bis zu Umfallen« deutlich.

Ernst sprach sich gegen die Rente mit 67, also der schrittweisen Erhöhung der Regelaltersgrenze ab 2012 von 65 auf 67 Jahre aus. Mit dieser Haltung stehe Die Linke. nicht alleine, die Gewerkschaften sähen dies ähnlich. Von daher bestehe die »Chance, dieses Thema noch umzubiegen«.

Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Schweinfurt, der 2005 über die bayerische Landesliste der Linken in den Bundestag einzog und mittlerweile im Landkreis Main-Spessart wohnt, hielt den anderen Parteien vor, gegen die Mehrheit der Bevölkerung zu regieren. Mehr als 80 Prozent der Bürger sagen laut Ernst, die Rente mit 67 sei »Unfug«. Daraus folge, dass der Bundestag gegen die Mehrheit der Bevölkerung regiere. Dies gelte auch für die Grünen.

»Unfug« sei die Rente mit 67 deswegen, weil einerseits gar nicht so viel Arbeit vorhanden sei, andererseits die Menschen nicht so lange arbeiten könnten. »Dreischichtbetrieb hält man auch bis 65 nicht aus«, so Ernst. Dies bedeute, dass die Menschen zwar auch in Zukunft nicht bis 67 arbeiteten, für früheren Renteneintritt jedoch Abschläge hinnehmen müssten. Dies führe dazu, dass das Niveau der gesetzlichen Rente letztendlich von derzeit 70 auf 43 Prozent sinke. Die Altersrente müsse aber auch künftig über der Grundsicherung liegen.

Auch die anderen Parteien wüssten, dass die Rente mit 67 nicht funktioniere, weil es für Ältere keine Jobs gebe und die meisten Menschen nicht einmal bis 65 durchhielten. »Warum machen sie es trotzdem?«, fragte Ernst die 30 Anwesenden und lieferte gleich die Antworten. Zum einen sei der »Wahn« dafür verantwortlich, das »deutsche Kapital« und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken zu müssen. Eine unnötige Sorge, meinte Klaus Ernst, schließlich sei der Außenhandelsüberschuss trotz angeblich zu hoher Lohnnebenkosten so groß wie nie. Zum anderen hätten deutsche Unternehmen in den letzten Jahren »so viel verdient wie nie« und überlegten sich jetzt, »wohin mit der Kohle«. Deshalb investierten sie in Bereiche, die ihnen bislang verschlossen geblieben seien, beispielsweise die Rentenversicherung. Die private Rente sei ein »hervorragendes Geschäft für die Versicherungen«. Deshalb wollten die anderen Parteien die »Sozialversicherung zerschlagen«, um die Menschen zu einer privaten Rentenversicherung zu bewegen.

Das bisherige Rentensystem bezeichnete der Linken-Politiker als »unsolidarisch«, weil die Besserverdienenden bevorzugt würden. Wer über die Beitragsbemessungsgrenze verdiene, könne sich der Versicherung entziehen. Ernst forderte die Abschaffung dieser Bemessungsgrenze. In eine »Erwerbstätigenversicherung« müssten alle einbezahlen. Um die Auszahlung zu begrenzen, müsse »der Rentenzuwachs gedeckelt werden, wenn einer mehr einzahlt«. Das von Arbeitgebern und Arbeitnehmern paritätisch finanzierte Rentensystem müsse erhalten bleiben, forderte der Bundestagsabgeordnete. Die Kürzungen wie etwa durch den Nachhaltigkeitsfaktor müssten

wieder rückgängig gemacht werden. Außerdem sollten durch Arbeitslosigkeit oder Weiterbildung unterbrochene Erwerbsbiografien anders bewertet werden als zurzeit.

Statt Rente mit 67 solle es eine Rentenversicherung geben, in die alle Erwerbstätigen einzahlten. Die Linke. fordert darüber hinaus die Rücknahme der Riester-Rente, da mehr Eigenversorgung zu einer wachsenden Ungleichheit beitrage. Private Versicherungen der Arbeitnehmer seien lediglich »ein hervorragendes Geschäft für die Versicherungen«.

Zur Verringerung der Arbeitslosigkeit forderte Ernst Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze im gemeinnützigen Bereich statt Ein-Euro-Jobs.

Außerdem machte er sich stark für eine längere Zahlung des Arbeitslosengeldes I, eine stärkere steuerliche Belastung von Unternehmenseinkommen sowie einen festgelegten Mindestlohn von acht Euro in der Stunde. Derzeit arbeiten seinen Worten zufolge in Deutschland 36 Prozent der Vollzeitbeschäftigten für »Niedriglöhne«, zwölf Prozent sogar für »Armutslöhne«.

Ungerecht sei auch die derzeitige Berechnung der Krankenkassenbeiträge. Aufgrund der Beitragsbemessungsgrenze von 3562 Euro zahle ein Arbeitnehmer bis zu diesem Monatseinkommen genau den prozentual festgelegten Anteil, während jemand mit dem doppelten Einkommen prozentual nur die Hälfte zahlen müsse. Dieses System bevorzuge eindeutig Besserverdiener, kritisierte Ernst. Aus diesem Grund sei Die Linke. für die Einführung einer Bürgerversicherung ohne Beitragsbemessungsgrenze, bei der sämtliche Erwerbseinkommen herangezogen werden sollten.

Ernst, der bis zum Ausschluss im Jahr 2004 rund 30 Jahre lang der SPD angehörte, zog als Fazit seiner Überlegungen: »Nur eine starke Linke macht die Sozialdemokratie wieder ansatzweise sozialdemokratisch.«

In der anschließenden Diskussion lehnte Klaus Ernst die Einführung eines voraussetzungslosen Grundeinkommens ab. Er hielt es für verdächtig, dass solche Vorschläge ausgerechnet von Unternehmen gemacht würden. Ein solches Grundeinkommen würde nach seinen Worten das Ende der beitragsfinanzierten Systeme und eine massive Senkung der Unternehmenssteuern bedeuten. Zudem stelle sich die Frage, warum jemand Geld vom Staat bekommen solle, der gar nicht bedürftig sei. Ziel der Linken sei vielmehr das »bedarfsorientierte Grundeinkommen«. Dafür müssten Mindestlöhne eingeführt werden. Außerdem brauche Deutschland einen »öffentlich geförderten Beschäftigungssektor«.

Zum Thema Verstaatlichung meinte er, die Linke wolle nicht »die Tante-Emma-Läden verstaatlichen«. Aber man müsse darüber nachdenken, »ob die Energiekonzerne unter gesellschaftliche Aufsicht gestellt werden müssen«.

Für die bayerische Landtagswahl 2008 rechnete Ernst der Linken Chancen aus, wenn der Aufbau der Linken auf Kreisebene auch in Bayern voranschreitet. Nach der nächsten Bundestagswahl wird es nach seiner Einschätzung wieder eine große Koalition geben, »aber mit einer stärkeren Opposition«.

Klaus Ernst:

»Wenn die Abgeordneten von dem betroffen wären, was sie im Bundestag beschließen,
hätten wir eine andere Rentenpolitik.
«

»Die SPD arbeitet zielstrebig am Projekt 18, aber von oben.«

»Eher bekommst du das Bundesverdienstkreuz, als dass du mit 50 noch einen Job findest.«


September 2007

»Linke« organisiert sich im Landkreis

Klaus Ernst in Lohr

Für die Partei »Die Linke« ist der Landkreis Main-Spessart bisher ein »weißer Fleck«. Das soll sich ändern, jedenfalls wenn es nach Georg Kehrer, dem Würzburger Kreissprecher geht. Die Würzburger »Linke« betreut Main-Spessart bisher noch mit. Am vergangenen Wochenende gab es ein erstes Treffen in Marktheidenfeld. Bereits am Montag, 15. Oktober ab 19 Uhr soll in Lohr die Basisorganisation Main-Spessart der »Linken« aus der Taufe gehoben werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei. Dazu sind ausdrücklich auch interessierte Personen eingeladen, ermuntert Roland Köhler aus Gemünden, freigestellter Betriebsrat und Gewerkschaftsmitglied.

Zur Versammlung wird auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei »Die Linke«, der Schweinfurter Bundestagsabgeordnete Klaus Ernst, erwartet. Ernst wohnt mittlerweile ebenfalls im Landkreis Main Spessart und spricht zum Thema »Rente mit 67 - Schaffen bis zum Umfallen«.

Arbeiten bis 65 sei häufig schon jetzt nicht mehr möglich, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei. Viele Arbeitnehmer seien arbeitslos oder gesundheitlich nicht in der Lage, so lange zu arbeiten. Im Ergebnis laufe die beschlossene Erhöhung des Rentenalters daher auf eine Rentenkürzung hinaus. Gleichzeitig drohe aktuell die vorzeitige Zwangsverrentung älterer Arbeitsloser.

»Ein Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen«, findet Roland Köhler aus Gemünden, Kontaktperson der Partei für Main-Spessart. Viele, die ihr Leben lang gearbeitet hätten, sollten nun zur Altersarmut verurteilt werden. Köhler freut sich auch über Interessierte, die zur Veranstaltung nicht kommen können, aber künftig mitarbeiten möchten.

August 2007

»Es geht um Menschen und Steuergelder«

Kreisverband der Linken kritisiert Bau der B 26 n

Erhebliche Zweifel bezüglich der jüngst vorgestellten Westumgehung mit dem Arbeitstitel »B 26 n« hegt der Kreisverband der Linken sowohl am prognostizierten Wachstum als auch bei den Kosten von 380 Millionen Euro.

Weil einzelne Mandatsträger, insbesondere die Bundestagsabgeordnete Heidi Wright, die auch Landratskandidatin der SPD für Main-Spessart ist, dieses Straßenbauprojekt wollten, würden die Argumente von außerparlamentarischen Organisationen, beispielsweise von Bund Naturschutz und dem Verein gegen die geplante Westumgehung, nicht einbezogen, kritisiert Kreisschatzmeister Bernd Frank Schwab in einer Pressemitteilung Anfang August 2008: »Klimaschutzziele oder Steuergelder spielen hier wohl keine Rolle.«

Die Ansätze für das Verkehrswachstum, die offenbar auf der Prognose eines deutlichen Wachstums der Bevölkerung fußten, seien bei einem Blick auf die offizielle Bevölkerungsstatistik der Region, kaum haltbar. Mit einem drastischen Bevölkerungswachstum sei nicht zur rechnen, so der linke Kreisverband.

»Sehr fragwürdig« sind für die Sprecherin des Kreisverbands, Belinda Brechbilder, die Projektkosten. Für Erwerbslose, Familien und Bildung sei angeblich nicht mehr Geld da, für unnötige Großprojekte komme es offenbar nicht auf die eine oder andere Million an.

»Noch ist das Projekt B 26 n in der Planung, Widerstand ist noch lange nicht zwecklos«, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Ansätze, der Sinn und die Umsetzung des Projekts müssten vorher sorgfältig hinterfragt werden. Georg Kehrer, Kreissprecher für die Linke, forderte die Bürgermeister des Landkreises Main-Spessart sowie alle Mandatsträger in Stadt und Landkreis Würzburg auf, entschieden Widerstand zu leisten. Es gehe um die Menschen vor Ort und um die Steuergelder, so Kehrer abschließend.